Viel schlimmer hätte es nicht laufen können


 Doch hatte die Sprinterin mit dem ersten Auftritt in Sindelfingen zumindest ihr Ziel erreicht – wenn auch nicht in der erträumten Zeit. Dass es noch schlimmer werden kann, zeigte der 60-Meter-Hürdensprint. Denn hier kam die 17-Jährige gar nicht erst über die erste Hürde, geschweige denn ins Ziel. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Nach dem Start hat sie einfach aufgehört zu Laufen und ist vor der ersten Hürde stehen geblieben“, wunderte sich Sterzel.
Die Erklärung bekam er wenig später. „Marie meinte, es sei ein Fehlstart gewesen. Aber es hatte keiner die Läuferinnen zurückgeschossen“, wunderte sich der Coach. Das Missverständnis war umso ärgerlicher. „Denn bisher hatte Marie immer Probleme mit dem Start gehabt. Doch dieser war wirklich gut von ihr. Sie ist sehr gut aus dem Startblock gekommen“, so der Trainer. Doch offenbar war der Start so gut, dass es die Athletin selber gar nicht glauben konnte.
Der Traum vom ersten Rennen unter der Neunsekunden-Marke war für Marie Holzschuh schon nach wenigen Bruchteilen von Sekunden geplatzt.

4,20 Meter im Weitsprung


Laura-Sophie Kruse startete am vergangenen Wochenende im SLZ in Hannover beim Sportfest der AK U12 und erzielte gleich zwei neue persönliche Bestzeiten. Den 50m Sprint absolvierte Laura, die im April 11 Jahre alt wird, in 7,81 sec. Sie wurde damit in der Endabrechnung Fünfte von 50 gestarteten Teilnehmerinnen. Noch größer war die Freude über den 1.Platz im Weitsprung. Laura gelang bereits im 1. Versuch ein Sprung von 4,20m. Diese Weite erreichte keine der angetretenen Mädchen und bedeutet für Laura eine weitere persönliche Bestzeit. Im abschließenden 800m Lauf wurde sie Sechste in 3:08,85 min. "


Etienne Diatta (7,22), Toni Pscherer (7,25) und Joachim Peest (7,31) hatten die Vorläufe nur als Aufwärmprogramm genutzt. Dass es ihr einziger Einsatz bleiben würde, ahnten sie da noch nicht.

Eher überraschten zwei Silbermedaillen der LGW-Frauen. Julia Röttinger drehte im 400-Meter-Rennen ihre zwei Runden in 59,26 Sekunden und gewann den Spurt um Platz zwei gegen die Osnabrückerin Siri Kreie (59,30). Nur die Emderin Anna Raukuc (56,72) lief in einer anderen Welt. Zuvor hatte Röttinger auch den 60-Meter-Zwischenlauf erreicht, schaffte in 8,04 Sekunden aber den Sprung ins Finale nicht. Ebenfalls Silber holte Jessica Witzel im Dreisprung. Doch zufrieden konnte sie nicht sein. Nach dem ersten missglückten Versuch pausierte sie wegen Oberschenkel-Problemen. Erst im letzten Durchgang setzte sie alles auf eine Karte und kam auf 11,75 Meter. In Normalform wären die 12,34 Meter der neuen Meisterin Birte Damerius (Rudow) sicher zu erreichen gewesen.

Ein Déjà-vu erlebten die 60 Meter-Hürden-Sprinterinnen der U 20-Jugend. Denn mit Svenja Rieck (Langen/8,69), Nora Dirlam (Wennigsen/8,98) und Marie Holzschuh (9,07) von der LGW gab es genau den gleichen Einlauf wie bei der Niedersachsen-Meisterschaft. Und Holzschuh scheiterte erneut an der angepeilten Neunsekunden-Barriere. „Sie fängt immer erst an der dritten Hürde an, richtig zu laufen. Da fehlen schon die entscheidenden Zehntelsekunden“, kommentierte Landestrainer Björn Sterzel.
Auf der 200-Meter-Runde begnügte sich Holzschuh bereits im Vorlauf mit 25,45 Sekunden und verzichtete auf den Endlauf.
Wie schon bei der Landesmeisterschaft holte Marie Holzschuh auch bei der Norddeutschen in Hamburg Bronze über 60 Meter.

Foto: mha

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