Sprinterin Julia Röttinger von der LG Weserbergland als Sportlerin des Jahres nominiert
Die Hallensaison hatte Julia Röttinger eigentlich schon abgeschrieben. Doch das war etwas vorschnell. Trotz einer hartnäckigen Knieentzündung und ständigen Erkältungen konnten drei Monate Pause der 26-jährigen Sprinterin der LG Weserbergland nicht viel anhaben. „Dass ich in der Halle dann trotzdem auf den 60 Metern noch unter acht Sekunden geblieben bin, damit habe ich und wohl auch kein anderer gerechnet“, ist Röttinger auch fast ein Jahr später noch über ihren 7,98-Sekunden-Coup von Bielefeld erstaunt. Und der brachte neben Anerkennung auch die nötige Motivation für die Sommersaison. Für diese war auch mentale Ausdauer gefragt. Als ehemalige Ruderin, die erst durch die Fernsehübertragung der früheren DM-Erfolge auf die Leichtathletik der LGW aufmerksam geworden war, brachte Röttinger aber diese Ausdauer mit. Ihrem großen Ziel nährte sie sich noch scheibchenweise. Eine 11 vor dem Komma – das ist ihr 100-Meter-Ziel. Über Sparkassen-Meeting in Hannover, Volksbank-Meeting in Osterode sowie die Meisterschaften auf Landes- und norddeutscher Ebene steigerte sie sich immer weiter auf die persönliche Bestzeit von 12,03 Sekunden. Das knappe Verfehlen der Traummarke steckte die Philosophie-Studentin mit stoischer Ruhe ebenso weg, wie die fortwährenden Silber-Plätze. Immer war eine, aber nie die gleiche Gegnerin besser. „Dann klappt es eben im nächsten Jahr“, hält Röttinger an ihrem Ziel fest. Aber nicht nur die 100 m liegen ihr, auch über 200 m ist sie die Drittbeste in Niedersachsen. Und für die Staffeln nimmt sie auch die wenig geliebten 400 m in Kauf. Erfolgreich, denn mit dem LGW-Quartett ist Röttinger über 4x100 und 4x400 m die Nummer eins in Niedersachsen.
Von Matthias henning
Quelle : Dewezet
