Nach dem Kugelstoßen wurde es noch mal eng!
von Manfred Scholz
„Hurra, Hurra, es hat gereicht, eine Bestleistung, zwei Disziplinen ok, der Rest durchwachsen, ich darf mit zur U 18 WM nach Italien“, jubelte Deborah Brodersen von der LG Weserbergland nach dem Wettkampf überglücklich in mein Telefon. Um es vorweg zu nehmen, die Bestleistung über 800 Meter nach zwei harten Wettkampftagen in Ratingen bei dem Qualifikationswettkampf für die Weltmeisterschaften in Brixen/Italien, legte sie in toller Manier hin.
„Beatrix meine Trainerin hatte mir vor dem Rennen ausgerechnet, dass ich 2:24 Minuten rennen muss und die 800 Meter gehören ja zu meinen stärksten Disziplinen“, so Brodersen. „Kira hat so schön Tempo für mich gemacht, die erste Runde ging in 1:11 Minuten durch und auf der Zielgeraden konnte ich das Rennen schon sehr sicher gewinnen“ und das in neuer Bestzeit von 2:21,17 Minuten.
Kira Biesenbach vom TSV Bayer Leverkusen, die Siegerin des U18- Siebenkampf, kam mit 2:27,78 als Zweite ins Ziel (insgesamt 5480 Punkte) und fährt mit Deborah Brodersen (5239 Punkte) nach Italien. Dabei hatte der erste Tag nur in ihrer Spezialdisziplin dem Hochsprung die Erwartungen erfüllt. „Nach ordentlichem Hürdenlauf (15,10 Sekunden) war ich froh, dass es im Hochsprung mit 1,78 Meter endlich geklappt hat und das im Regen“, freute sie sich nach ihrem „Salto Nullo“ beim Meeting in Bernhausen wo sie an der Einstiegshöhe von 1,58 Meter gescheitert war. Ein Schritt weniger im Anlauf war die Lösung. Die dritte Disziplin das Kugelstoßen war dann mit 10,75 Meter nicht so gut ebenso wie der, den ersten Tag abschließende 200 Meterlauf, wo sie in 26,04 Sekunden weit hinter ihrer Bestleistung (25,24 Sekunden) zurück blieb. Am zweiten Tag war die Nervosität vor großer Kulisse der Routine gewichen und ließ einen ordentliche Weitsprung und Speerwurf folgen (5,51 und 35,14 Meter), Platz zwei mit der Fahrkarte zur ihrem ersten ganz großen internationalen Auftritt mit den weltbesten Siebenkämpferinnen war perfekt. Deborah Brodersen, die vor kurzem erst ihren 16. Geburtstag feierte, setzte damit einen weiteren Meilenstein in ihrer bisher einmaligen Karriere. An die WM-Qualifikation hatte sie von Anfang an geglaubt, „auch wenn das Kugelstoßen und die
200 Meter echt in die Hose gingen“, freut sie sich unbändig nach einem bisher nicht ganz so tollen Saisoneinstieg.
Die Anreise erfolgt am 4.Juli, dann trifft sie in München auf das deutsche Mehrkampfteam unter der Leitung der Bundestrainerin Eva Rapp. Der Wettkampf findet am 10. und 11. Juli statt, aber erst mal ist in den nächsten Tagen Regeneration angesagt und zwei lockere Schultage beenden ihr erstes Jahr im Sportinternat in Hannover mit guten Noten, wo sie sich immer noch sehr wohl fühlt und als frischgebackene 16-Jährige jetzt auch erst um 22.00 Uhr ins Bett muss.
