LG-Frauen mit Landesbestzeit zum DM-Titel

Cathleen Tschirch löst Olympia-Ticket
Cathleen Tschirch löst Olympia-Ticket

(olz). Um 19.38 Uhr war am Samstag Abend in Nürnberg bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten die Sensation perfekt. Die 4x100 Meterstaffel der LG Weserbergland-Frauen hatte die „Operation Titelverteidigung“ erfolgreich mit dem deutschen Meistertitel abgeschlossen.

Eine Stunde zuvor hatte Cathleen Tschirch im Finale über 100 Meter mit dem zweiten Platz in 11,45 Sekunden (Saisonbestleistung) das Ticket für die Olympischen Spiele in Peking gelöst. Nina Giebel, Cathleen Tschirch, Jala Gangnus und Nicole Marahrens hatten in einem starken Rennen in 44,28 Sekunden den TV Wattenscheidt (44,63 Sekunden) und den LAC Quelle Fürth/München auf die Plätze verwiesen. Dabei lief das Gold-Quartett noch nebenbei einen neuen Landesrekord heraus. Viele Fragezeichen hatte es im Vorfeld der Meisterschaften um das LG-Team gegeben, denn nicht nur Nina Giebel und Jala Gangnus kamen in der Olympia-Saison schwer in Tritt, Cathleen Tschirch musste vor den Meisterschaften wegen einer Fußverletzung pausieren und Nicole Marahrens zog sich in ihrem Vorlauf über 400 Meter eine Verletzung zu, die bis kurz vor dem Staffelrennen, ihren Start und damit die Titelverteidigung in Zweifel zogen. Nach Startläuferin Nina Giebel, hatte Trainerfuchs Werner Scharf diesmal Cathleen Tschirch auf der Gegengeraden aufgeboten, um die Belastung gering zu halten. Tschirch lief ein fantastisches Rennen gegen Verena Sailer von LAC Quelle Fürth und Katja Börner vom Team aus Magdeburg und Halle, übergab den Stab sicher an Jala Gangnus, die auch keinen Meter preisgab und Nicole Marahrens nach einem perfekten Wechsel mit einem kleinen Vorsprung auf die Zielgerade schickte. Der Vorsprung verlieh Marahrens Flügel und die Kräfte, die man braucht, um den Staffelstab sicher ins Ziel zu bringen und das trotz Problemen in der Wade. “Bei Staffelrennen wachsen wir immer über uns hinaus“, kommentierte Marahrens glücklich im Ziel.  Über 100 Meter hatte Tschirch nach einem sicheren Sieg im 100 Meter-Vorlauf in 11,47 Sekunden das Finale erreicht. Nach einem mäßigen Start im Finale zündete sie dann ihren Turbo und kam in einem packenden Finish auf Platz Zwei in 11,45 Sekunden hinter ihrer Freundin und Nationalmannschafts-Kollegin Verena Sailer (LAC Quelle Fürth/München), die mit 11,28 Sekunden deutsche Jahresbestzeit lief, ins Ziel. Platz Drei ging in 11,48 Sekunden an Anne Möllinger von der MTG Mannheim. „Nach den Problemen im Vorfeld bin ich mit der Platzierung und der Zeit sehr zufrieden und freue mich jetzt auf Peking“, sagte Tschirch nach dem Rennen, denn der Bundestrainer Krämer hatte LG-Trainer Scharf signalisiert: „Tschirch ist dabei“. Glücklich war auch der Trainer, der im Vorfeld wieder den Ball schön flach gehalten hatte: „Priorität hatte für uns das Erreichen der Olympia-Qualifikation durch Cathleen Tschirch, dass die Staffel diese tolle Zeit läuft und nun zum dritten mal Deutscher Meister wird, habe ich im Stillen gehofft. Alle Vier sind über sich hinausgewachsen“. Auf den Start über 200 Meter verzichtete Tschirch am zweiten Tag um den Fuß zu schonen und kein Risiko einzugehen, da sie auch als Titelverteidigerin keine Chance hatte die Norm von 22,70 Sekunden zu erreichen. Nina Giebel schied in ihrem Vorlauf über 100 Meter in 12,25 Sekunden aus, ebenso  wie Johannes Grossner, der sich bei den Männern in seinem Vorlauf auf 10,76 Sekunden verbesserte.  Die 4x400 Meter-Staffel der A-Jugend, die in der Besetzung Gunnar Barke, Felix Hohlweck, Tobias Götze und Etienne Diatta antrat, wurde in ihrem Vorlauf in neuer Bestzeit von 3:22,64 Minuten Fünfte und belegte in der Endabrechnung einen guten zwölften Platz Rang unter 49 angetretenen Staffeln.